vom Weltverbessern, Entrümpeln, Konsumverzicht und Lebensglück ...

mein Blog vom Entrümpeln, Konsumverzicht, Ausmisten, Downshiften, Minimalismus oder so :) Bis zum Ende des Jahres sollen es 1.000 Teile weniger sein!

Sonntag, 25. Dezember 2011

Projekt 2012

Hach, ich liebe Projekte.
Seit Monaten schwebt mir ein Projekt für 2012 vor und vor Monaten war ich auch noch höchst zuversichtlich, dafür eine knackige Formulierung zu finden.
Nun steht 2012 schon vor der Tür und die knackige Formulierung lässt auf sich warten.
Dann muss es eben ohne gehen.
Oder Ihr helft mir.
Wie formuliere ich folgendes knackig?

2012 werde ich damit verbringen, alles aus dem Haus zu schaffen, was mich nicht glücklich macht* und außerdem übe ich "Konsumverzicht light" und konzentriere mich auf mich und meine Lebensfreude.

*Pubertierende und gelegentlich kotzende Haustiere ausgenommen

In den letzten Monaten habe ich viel über Konsumverzicht gelesen und weiß, dass ich nicht die einzige Irre bin, die die seltsame Sehnsucht, nichts anzuschaffen, in sich trägt.
Allerdings traf keines der Bücher meinen Geschmack so richtig.
Anders als bei "No Shopping" möchte ich ganz definitiv in Museen, Kinos, Ausstellungen etc gehen und sehe deren Eintrittspreise nicht als den Konsum, den ich reduzieren möchte.
Die Lektüre des Buches half mir bei der Erkenntnis, dass ich lediglich mein "Kramaufkommen" reduzieren möchte.
Auch möchte ich gar nicht besonders spartanisch leben und meinen Besitz deshalb auf 30 Teile reduzieren oder so. Oder gar alles im Garten anbauen und bei Lust auf Fleisch dann doch mal in einen meiner Fasane zu beißen, die sich in unserem Garten so sicher fühlen.
Sicherlich interessante Projekte, aber nicht meins.

Warum 2012?
Nun, vor 18 Jahren war ich schwanger.
Schwangerer geht gar nicht ...
Der errechnete Geburtstermin lag bereits hinter mir.
Und doch lagen noch 6 schwangere Tage vor mir.
Silvester wird mein 1. Baby also erwachsen.
Wenn ich mir sie und ihren ... hihi ... kleinen Bruder so anschaue, habe ich meinen Job als Mutter echt super gemacht.
Um genau zu sein, ist es an der Zeit, meinen Job bei der nahezu Erwachsenen nun an den Nagel zu hängen. Es hilft, wenn ich gelegentlich Dinge sage wie:
"Carola, du kannst einer erwachsenen Frau nicht vorschreiben, wann sie nach hause kommt!"
... mit wem sie ausgeht ... was/wie viel sie trinkt ... mit welchen Leuten sie sich abgibt ... was sie anzieht ... was sie auszieht ... ob etwas ein Kleid oder doch eher ein Pullover ist ...

Wir möchten hier noch 2,5 Jahre in friedvoller Gemeinschaft zusammenleben (mindestens) und da ist es gut, wenn ich mich auf etwas anderes konzentriere, als auf das Bemuttern einer jungen, erwachsenen Frau.
Ich kümmere mich also um etwas, was ich nun 18 Jahre lang vernachlässigt habe:
meine Bedürfnisse!

Ach ja und keine Bange ... da bleibt noch hinreichend Mutter für meinen Sohn und die junge Erwachsene übrig :)

Mein 1. Bedürfnis schreit nach Ordnung und "weg mit dem Kram"

mein 2. Bedürfnis hat irgendwas mit meinem Körper zu tun, aber da bin ich noch nicht so recht sicher, ob mein Bedürfnis nun "Marathon laufen und toll schlank werden" oder einfach nur gelegentliche Schaumbäder und duftige Cremes sind. Evtl. noch gepflegtere Nägel.
Ist das noch so ein gemeines 40er Gimmick, dass die plötzlich so bröckelig werden?

mein 3. Bedürfnis ist mein Intellekt
Früher, damals, vor den Kindern ... habe ich anspruchsvolle Bücher gelesen.
Ich möchte gar nicht behaupten, dass ich sie verstanden habe, aber immerhin konnte ich sie lesen. Lesen war mal etwas, wozu ich mir Zeit nahm, Kaffee kochte und mich dann gemütlich und ohne "ok, ein Kapitel und dann ran an die Bügelwäsche!" zurückzog.
Bzw ein Rückzug war in meiner winzigen Wohnung nicht nötig, da ich sie komplett für mich alleine hatte und mich niemand störte, wenn ich nicht gestört werden wollte.
Kaum war Michaela auf der Welt, blieb zwar meine Sehnsucht und auch die Gewohnheit des Lesens, aber das Niveau der Bücher sank dramatisch.
Und auch das Genre wechselte immer weiter.
Mittlerweile bin ich bei Büchern angekommen, in denen die Protagonistinnen entweder einen sehr langlebigen Hamster haben und auf überschaubaren 200 Seiten zwischen den Betten zweier attraktiver Männer herumschwanken und dabei ganz tough irgendwelche Mordfälle aufklären, gerne auch haben sie übersinnliche Fähigkeiten oder knutschen mit Vampiren herum ...
So etwas ist amüsant.
Amüsiert zu sein, ist nicht das Schlechteste, was einer alleinerziehenden Freiberuflerin zustoßen kann, aber irgendwas fehlt.
Diese Bücher sind FastFood für die Seele - nicht Burger King, aber doch zumindest bofrost.
Es wird Zeit, dass ich mich dann doch mal wieder an den einen oder anderen Coq au vin heranwage.

Also, bessere Bücher lesen und weniger schlechte Filme gucken.

Versucht habe ich das schon öfter, aber spätestens wenn man mitten in der Lektüre eines Werkes das mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet wurde aufspringt und "Küchenrolle!" auf dem Einkaufszettel notiert, weiß man, dass man sich evtl. doch nicht wirklich auf das Buch eingelassen hat, sofern dort nicht zufällig gerade Küchenrolle thematisiert wurde.
(wurde nicht - mein Protagonist war gerade im Dschungel)

Und Museen - da habe ich mir nicht ganz soviel vorzuwerfen - Museen habe ich immer heimgesucht. Gerne in der Art, dass ich beide Kinder in einen der Malkurse der Museen ablieferte und die kinderlose Zeit dann guckender Weise nutzte.
Gerade bei Oliver bedaure ich, dass der Funken nicht übersprang und er weiterhin malt, denn seine Werke fand ich immer sehr interessant.
Vielleicht ein Gedanke für 2012 - abends einfach mal mit Farben herummatschen, statt mich mit der 12 Wiederholung von "Two and a half men" berieseln zu lassen.

Also, konkret.

2012 werde ich

-täglich etwas wegwerfen entrümpeln und täglich ein Fach aufräumen.

-wöchentlich etwas für mich unternehmen - Strand, Sauna, Museum ...
- die tägliche Hunderunde zählt nicht!

-monatlich ein Buch lesen, das kein Schund ist
(wobei ich allen Autoren des Schunds danke, denn ich werde sehr gerne gut unterhalten)

-nichts Unnötiges kaufen,
wobei nur Dinge nötig sind, die wir verbrauchen oder die kaputt sind und ausgetauscht werden müssen.

Ich bin gespannt :)

Kommentare, Tipps, Anregungen und ähm, sanfte Kritik ist ausdrücklich willkommen.
(ich gehe niemals soweit zu behaupten, dass ich besonders kritikfähig bin ;-)

Kommentare:

  1. klingt nach einem Projekt Selbst(wieder)findung. Alles wegwerfen was nicht glücklich macht ... Ich würde EINIGES hier entfernen.... aber die Sache mit den Büchern kenn ich zu gut ^^

    hast du schonmal mit deinem Sohn gemeinsam ein großes Bild gemalt? Macht glücklich und ziert eine leergewordene Wand nach dem Entmüllen.

    Und zur Pulloverfrage.... Waren wir in dem Alter anders? Bei uns war der Rock eher ein Gürtel für die ältere Generation....

    Bleib stark und besieg den inneren Schweinehund....

    Hahaaa... Vielleicht kannst du ja mit den Teilen die dich nicht glücklich machen, andere zum strahlen bringen....

    Frohe Weihnachten und ein erfolgreiches 2012

    Schwubb

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  2. Super! Raus mit dem Kram, rein mit Glück und Freiheit!

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  3. Versuch No: 3 ... ich glaube, ich bin zu blöd für diese Kommentare und beschränke mich darauf meine "klugen" Sprüche via Facebook kund zu tun :D

    Sollte es wider erwartend doch endlich klappen, ist ja noch nicht ganz Hopfen und Malz verloren und für mich der Wink, dass ich mich Deinem Vorhaben anschließen sollte ;)

    Lieben Gruß
    Ulrike

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  4. Lass mich raten: die Protagonistin aus deinen Bücher mit dem langlebigen Hamster heißt Stephanie Plum?

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