vom Weltverbessern, Entrümpeln, Konsumverzicht und Lebensglück ...

mein Blog vom Entrümpeln, Konsumverzicht, Ausmisten, Downshiften, Minimalismus oder so :) Bis zum Ende des Jahres sollen es 1.000 Teile weniger sein!

Donnerstag, 9. August 2012

Kinder und Ordnung

Gut, meine Kinder mögen nicht die ordentlichsten der Welt sein,
aber immerhin sind sie verständig (die einen) und geschickt (die anderen).

Mein Sohn zB kam nach der Schule nach hause und las erst einmal meine Aufräum-Botschaft, die gut sichtbar an seiner Tür klebte, händigte mir dann kommentarlos sein Handy aus und fragte, was ich denn Leckeres gekocht hätte.

Mit "Zuckerbrot" und Peitsche arbeitend, hatte ich einen
Dosenravioli-Auflauf gemacht.
Er liebt Mais, er liebt Ravioli und er liebt alles, das keine sichtbaren Vitamine in sich birgt.
Teenager müssen sich ja von ihren Eltern so langsam mal abnabeln und abgrenzen und mein Sohn wählt unter anderem das Feld der Ernährung, möglichst nicht meiner Meinung zu sein.
Daher bitte her mit Energydrinks und Chemie und alles bitte möglichst noch fritieren.
Haha - da ich irgendwo links angehaucht bin, plant er derzeit auch eine Karriere bei der Bundeswehr, was mich aber eher grinsen lässt, da ich weniger an den Aspekt des Schießens, als vielmehr die geforderte Ordnung sehe und ihm eher noch zurede ... leise grinsend.

Egal
Die Sache mit dem "Räum auf!" (!!!) Brief an seiner Tür,
war ein voller Erfolg für uns beide.
Weder musste ich uns beiden den Tag mit Geschimpfe versauen,
noch den Punkt komplett fallenlassen.
Niemand schätzt es, nach hause zu kommen und eine zeternde Mutter vorzufinden.
Dass Mütter das Gezeter auch nicht schätzen und lieber die liebevolle Toffeefee-Mutti gäben, steht dabei auf einem anderen Blatt, bzw wird vom Nachwuchs nicht unbedingt geglaubt.
Da besagter Nachwuchs heute aber verabredet war UND seinen bereits vorher einkassierten Laptop brauchte, hat er nach der mittäglichen Stärkung aufgeräumt.
Gründlich.
Ok, zuerst hatte er noch versucht zu verhandeln.
Als er aber merkte, dass ich mit wenig Mühe doch noch auf motzende Mutter umschalten könnte, gab er nach und räumte lieber.
(ich musste nur 2-3 Details der Unordnung erwähnen und empört fragen, wie er sich fühlen würde, wenn die frisch gefaltete Wäsche ... ...
Jaaaaa! Friede! *weiße Fahne*
Toll!
Das mache ich künftig immer so.
War auch gut - bevor ich den Brief ausdruckte, habe ich einen ganzen Schwung Nebensätze, Verallgemeinerungen und Adjektive gestrichen - eine Sache, die man beim Face-2-Face-Motzing nicht so hat ...

Meine Tochter hingegen war so liebenswürdig, mich darauf aufmerksam zu machen, dass ich einfach schon sehr alt bin und evtl. von den aktuellen Richtlinien in Sachen Ordnung einfach keine Ahnung mehr habe.
Sozusagen die Ordnung hinter ihrer Unordnung nicht zu erkennen in der Lage bin, wegen des Generationen-Konfliktes.

Ihr wisst schon, rot ist das neue gelb oder so ...

Ich bin sehr froh, dass sie trotz ihrer 18 Jahre noch so lieb und verständig ist, Mutti in die Geheimnisse der Ordnung ihrer Generation einzuweisen, auch wenn ich es nicht ganz verstanden habe.
In meinen Augen stand sie inmitten von *zensiert von Tochter*, als sie mich eindringlich darauf hinwies, dies sei ordentlich.
Und was die Ordnung 2012 angeht, finde ich sie auch irgendwie Staubsauger untauglich und fürchte die Stolpergefahren.
Beides aber Unstände, die ich durch einfaches Nicht-Betreten der töchterlichen Gemächer, ignorieren kann.

Mit anderen Worten:
ich biss derart auf Granit, dass ich fast schon wieder stolz auf sie war ...

Wehe, das verrät ihr einer!

Aber ich selbst habe gestern wirklich unglaublich viel geräumt und entsorgt.
Am Tauschcontainer half mir eine Frau dabei, einen Großteil meiner entsorgten Bücher direkt in ihren Kofferraum zu laden, statt erst noch mühsam in den Tauschcontainer zu sortieren.
Ich glaube, wir fanden uns beide sehr nett aber seltsam, da unsere Entrümplungsinteressen wohl sehr gegensätzlich sind.

Nach dem gestrigen Großeinsatz kehre ich nun aber genüsslich wieder zu
1 Fach am Tag zurück.
Das Fach im "namenlosen Zimmer" betraf heute den Haushalts-Schrank.
Ein alter Wecker landete im Müll und ein ganzes Fach wurde frei, nachdem ich einfach alle Rollen Küchenrolle neben die beiden Schuhputz-Kästen und Bügeleisen meiner Kinder stapelte.

Gute Sache übrigens - beide haben zum 14. ihr eigenes Bügeleisen bekommen und ich bügle seither nicht mehr für sie.
Das heißt, meine Tochter bügelt selbst und mein Sohn geht zerknüllt.
Das würde er aber auch tun, wenn ich noch für ihn bügeln würde,
da - wie bekannt - er frische Wäsche immer erst einmal für eine Weile auf seinen Schreibtischstuhl räumt und sich für die Hausaufgabena auch draufsetzt
und abends seine Dreckwäsche draufwirft
und ... und ... und ...
... bis ich mal schaue, wie es bei ihm so aussieht ...

argh

Kommentare:

  1. Deine Texte bauen mich immer wieder im gefrustetem Muttersein auf. Warum gibt es kein Buch von Dir so nach dem Motto Meine Erziehungsmethoden sind nicht aller Welt geeignet ABER SIE ENTSPANNEN

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  2. aktuellen Richtlinien in Sachen Ordnung - Das kann jetzt noch dauern bis ich mich wieder einkrieg und dieser Satz wird definitiv in Zukunft verwendet werden. Meine Wildschweine dürfen sich warm anziehen. Ich bin auf vieles gefasst - mit deinem Blog dazu gut gewappnet. Und das du offen schreibst das du Anträge die dir Geld bringen versemmelst ließ mir ein Stein, nein ein Berg vom schlechten Gewissengebirge abstürzen. Ich bin auch so und du schreibst Sätze die ich eins zu eins kopieren könnte und sage das bin ich. Ich les dich gern. Das macht das 'Elend' nicht leichter aber schöner ;-)
    Liebe Grüße Katja
    und viel Erfolg(Daumendrück) bei der Gewichtskurve

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  3. Du kannst Deiner Tochter ausrichten dass Ihre "schöne neue Ordnung" ein alter Hut ist. Das hab ich schon in den 80zigern meinen Eltern als neue Ordnung verkaufen wollen. Dieser Jugend fällt aber au gar nix neus mehr ei.
    Ich hab auch immer das Gefühl dass DEIN Sohn bei uns im 2. Kinderzier wohnt. Der da haust macht das ganz genauso.
    Hab heut auch fleissig entrümpelt und an Dich gedacht auf dem Wertstoffhof.

    liebe Grüsse aus dem Süden
    Erdbeermaus

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